Eingeschränkte Möglichkeiten durch 3rd Party AP?

  • Hallo liebe Community.


    Ich bin recht neu in der Welt von Ubiquiti unterwegs. Hatte bis jetzt immer eine FritzBox 7580 und einen Fritz Repeater 1750E im Einsatz. Habe einen Glasfaseranschluss mit 600/300 von der Telekom. Wir haben eine 108 qm² große Wohnung, die es abzudecken gilt, innerhalb einer Etage im Mehrfamilienhaus. Den Grundriss zeige ich dann hier gleich noch.

    Ich hatte kurzzeitig einen GL.iNet Flint 2 im Einsatz, bevor ich auf die UniFi-Produkte gestoßen bin.

    Mein nächstes großes Thema, das ich angehen möchte, sind VLANs. Da bin ich ja bei der FB komplett raus, und bei dem Flint 2 stand ich vor der Wahl, ob die eigene Firmware (ein Fork von OpenWrt) oder OpenWrt Vanilla flashen. Das war mir dann alles zu frickelig, und die Videos, die ich mir zu UniFi diesbezüglich angesehen hatte, haben mir sehr zugesagt.

    Ich hatte mir deswegen einen UDR7 bestellt und drei 2.5G-Switches ohne PoE und wollte damit mein altes Setup ablösen. Ich hatte vorher mit dem Designer von UI schon ein bisschen herumgespielt, und es sah eigentlich nicht zu schlecht aus. In der Praxis hat sich die WLAN-Leistung aber absolut als unzureichend dargestellt. Auch mit dem 1750er Repeater bekam ich es nicht wirklich gut erweitert.

    Daraufhin bin ich auf das UCG Fiber umgestiegen und habe mir einen U7 Pro geholt. Aber auch mit dem gibt es mehrere tote Ecken in der Wohnung. Die bekomme ich ebenfalls mit dem Repeater nicht überbrückt. Ich kann den U7 Pro aber auch nicht an die Decke montieren, sondern habe ihn mit der „Oberseite“ nach unten auf ein 2 m hohes Regal gelegt. Da ich bei allen Entscheidungen den WAF (Wife Acceptance Factor) mit beachten muss, habe ich den U7 Pro wieder abgestöpselt und den Flint 2 an derselben Position wieder als Access Point konfiguriert. Er ist per 2.5G Ethernet mit dem UCG Fiber verbunden und erstellt jetzt das WLAN. Und das Krasse ist: Die WLAN-Leistung vom Flint 2 reicht aus, um die gesamte Wohnung alleine zu versorgen, auch ohne Repeater. Er steht in demselben Regal, allerdings nicht in 2 m Höhe, sondern in ca. 50 cm Höhe in der ersten Ebene des Regals.

    Ich habe jetzt als letzten „Ausweg“ zweimal den U7 Pro Wall bestellt und will sie an unterschiedlichen Stellen in der Wohnung verteilen. Teile ich auch per Screenshot aus dem Designer.

    Meine eigentliche Frage ist jetzt: Wenn ich nicht auf die Access Points von UniFi setze, sondern den Flint 2 einfach nur fürs WLAN benutze, kann ich dann dennoch die ganzen granularen Regeln wie VLANs, ZBF, die Objekt-Firewall etc. nutzen, oder geht das dann nur noch erschwert oder gar nicht?


    Grundriss:


    U7 Pro im Designer:


    U7 Pro im Wifiman:


    Flint2 im Wifiman:



    Idee mit 2 U7 Pro Wall:


    Danke für eure Denkanstöße.

  • Das wichtigste vorne weg. Das Mischen von WLAN AP von verschiedenen Herstellern funktioniert nicht. Die internen Funktionen z.b Übergabe von Clients oder Mesh klappt da nicht.

    Ansonsten ist die tatsächlich Ausbreitung von WLAN meist schlechter als auf der Animation. So beeinflusst 80kg Lebendmasse in der Nähe vom AP die Ausstrahlung.

    Ich würde bei dem Grundriss schon mit mindestens 2.pro Ebene rechnen.

  • Danke dir für den Input.


    Ja, das mit den 80 Kilo Lebendmasse habe ich bereits beim austesten mit Wifiman festgestellt, wenn ich mich mit dem Rücken zum AP gestellt hab. Ganz fiese Nummer.

    Darum auch meine Idee mit den 2x U7-Pro Wall. Für die kann ich nen Ständer drucken um sie drauf zu positionieren.


    Aber wenn das auch nicht zufriedenstellend die Wohnung abdeckt, werde ich wohl oder übel den Flint2 als AP nehmen.

    Und dann bleibt meine Frage noch bestehen: kann ich in dieser Konstellation dennoch ZBF, Objektfirewall etc nutzen und habe pro (WLAN) Gerät die granularen Detail Infos wie wenn sie über einen Unifi AP laufen würden.

  • Die Firewall funktioniert völlig unabhängig. Was nicht mehr geht, sind sämtliche WLAN Settings wenn es keine Unifi APs sind und natürlich musst Du VLAN IDs ebenfalls per Hand in den APs konfigurieren.

    Informationen zu den Wireless Clients werden ebenso fehlen und die Topoplogy wird in jedem Fall fehlerhaft sein.

    Es gilt wie immer, kann man machen, ist aber praktisch unfug. Gerade in dieser Variante. Da ist es deutlich häufiger in der Praxis, das nur Unifi APs genutzt werden und Gateway/Router/Firewall sowie Switche von Fremdherstellern genutzt werden.

  • Naja, es bringt mir ja nichts, wenn ich 3 AP von Unifi bräuchte, wenn das gleiche ein anderer AP leisten kann. Alleine der finanzielle Aspekt ist schon irre. Und an einem Punkt, wo ich einen AP hinsetzen könnte, damit er das Bad oben rechts vollständig ausleuchtet, habe ich keine Möglichkeit ein Netzwerkkabel zu ziehen. Somit würde kein PoE möglich sein. Ich hab noch keinen AP von Unifi gefunden, den ich einfach nur an den Strom anstöpsel und der dann das WLAN erweitert.


    Drum setz ich morgen alles auf die Karte, wenn ich die beiden U7-Pro Wall hole und hoffe, dass ich damit endlich die Wohning ausgeleuchtet bekomme.

  • Naja, es bringt mir ja nichts, wenn ich 3 AP von Unifi bräuchte, wenn das gleiche ein anderer AP leisten kann.

    Naja, alle AP's aller Herstellen sind an die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Sendeleistung gebunden, genauso wie alle Handys und Laptop. Wenn einer reicht für die Netzabdeckung benötigst du auch bei Unifi nicht mehr. Die Unifi-AP haben unterschiedliche Antenne Charakteristiken. Dazu gibt es Aufstellung, damit man sie an die örtlichen Gegebenheiten anpassen kann.

  • Hier bekehrt dich niemand Unifi zu nutzen.

    Wieso fühlst du dich persönlich angegriffen, dass du so reagierst?

    Ich möchte sehr gerne mein gesamtes Netzwerkequipment zu Unifi umziehen. Und bin von den Möglichkeiten, die die Gatways (erst UDR7, jetzt UCG-Fiber) bieten sehr angetan. Ich hatte ja ebenfalls bereits den UDR7 im Einsatz und weiß um die schönen Einsatzmöglichkeiten der Unifi APs. Deswegen ist mir ja so stark daran gelegen, eine funktionierende WLAN Umgebung in meiner Wohnung nur mit Unifi APs hinzubekommen.

    Dennoch sollte es erlaubt sein, Vergleiche zu anderen APs zu ziehen, ohne dass sich der Gegenüber auf den Schlips getreten fühlt. Ich hatte nun mal eine andere Erwartungshaltung an die WLAN Ausleuchtung der Unifi APs, da ich wohl durch den Flint 2 verwöhnt war. Bei der Fritzbox 7580 brauchte ich ja auch einen Repeater, um im Bad rechts oben WLAN Empfang zu haben. Aber dennoch reichte die Fritzbox alleine locker durch die Küche. Daher meine Erwartungshaltung an den U7-Pro. Und ich würde nicht sagen, dass die Erwartungshaltung überzogen ist.


    Jeder AP von Unifi kann mit POEInjektor an den Strom angeschlossen werden und jeder Unifi AP kann gemesht werden.

    Sprich ich könnte den AP ohne Kabel am WAN Port des PoE Injectors so konfigurieren, dass er das WLAN des AP im Wohnzimmer mesht bzw. "repeated"?


    Naja, alle AP's aller Herstellen sind an die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Sendeleistung gebunden, genauso wie alle Handys und Laptop. Wenn einer reicht für die Netzabdeckung benötigst du auch bei Unifi nicht mehr. Die Unifi-AP haben unterschiedliche Antenne Charakteristiken. Dazu gibt es Aufstellung, damit man sie an die örtlichen Gegebenheiten anpassen kann.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Flint2, der ja ebenfalls innerhalb der EU verkauft werden darf, sich über die Grenzen hinwegsetzt. Der einzige Unterschied, der mir auffällt sind halt die externen Antennen des Flint 2.

    Den Link mit den Antenna Patterns kannte ich bereits, danke dennoch.

    Nach dem "Reinfall" mit dem WLAN des UDR7 hatte ich da geschaut und bin von "je roter, desto mehr bums" ausgegangen, weshalb meine Entscheidung auf den U7-Pro fiel.

    Was meinst du mit "Aufstellung zur Anpassung an örtliche Gegebeneheiten?"

  • Nach dem "Reinfall" mit dem WLAN des UDR7 hatte ich da geschaut und bin von "je roter, desto mehr bums" ausgegangen, weshalb meine Entscheidung auf den U7-Pro fiel.

    Was meinst du mit "Aufstellung zur Anpassung an örtliche Gegebeneheiten?"

    Naja, das Problem von all-in-one ist, das nicht alles optimal ist. Ich glaube, dass das Teil eher für das kleine Filiale Büro gedacht und hat ja auch extra noch einen PoE für die Erweiterung AP

    Es ist ja so, dass es sehr abhängig ist wo man einen AP setzen kann und was drum herum ist. So sind Wasserleitung/Heizungsleitung ein extreme Einschränkung. Und da können natürlich die Ausbreitungsrichtung der unterschiedlichen Situationen berücksichtigen. So spricht ja auch nichts dagegen ein Outdoor-Model einzusetzen mit externe Antennen.

  • Ich fühle mich nicht angegriffen. Mir ist es aber prinzipiell egal was an Hardware die Leute so nutzen. Wenn eben ein anderer Accesspoint besser funktioniert, weil z.B. die Antennenanordnung für die Umgebung besser geeignet ist, dann ist das okay.

    Es war schon immer so und wird auch so bleiben, dass die Antennen und deren Anordnung das wichtigste überhaupt ist. Damit meine ich nicht das extragroße Plastikstücke als externe Antennen verbaut sind, denn die eigentliche Antenne ist auch hier nur ein ziemlich kleiner Draht, wie eben auch bei den internen Antennen. Es reicht halt einfach schon aus wenn der Accesspoint in irgendeiner Weise gedreht wird oder die Position um einige wenige Zentimeter verändert wird, um in manchen Umgebungen die Funkabdeckung merklich zu ändern. Andere Umgebung mit gleicher Änderung am Accesspoint bewirkt dann ggf. überhaupt keine spürbare Veränderung. Gleiches gilt auch für die Veränderung der Umgebung z.B. durch Möbelrücken.

    Da hilft im Prinzip nur sehr viel Erfahrung um mit einer theoretischen Planung auf Papier in der Realität Erfolg zu haben. Das klappt allerdings meistens nur in problemlosen Umgebungen richtig gut. Und letzten Endes helfen wirklich nur Messungen mit der geplanten Hardware im Vorfeld. Die Planungstools sind zwar ganz nett und schön bunt, können aber eben die physikalischen Gesetze nur sehr rudimentär berücksichtigen - es handelt sich ja dabei auch nicht um eine Simulation. Und von den leeren Räumen, die bei diesen Tools genutzt werden, reden wir lieber nicht :)


    Zum Injektor nochmal, genau der Anschluss zum Netzwerk bleibt leer und die Seite mit dem POE kommt an den LAN Port des Accesspoints. Dieser bekommt dann seine Energieversorgung so über das Patchkabel vom Injektor und kann dann drahtlos adoptiert werden, was dann bei Unifi das Meshen ist.

  • Danke für die Erklärungen.


    Ich weiß, dass zwischen Theorie und Praxis sehr viel Unterschied bestehen kann. Und das nutzer- bzw. geräteunabhängige und somit ortsgebundene Probleme immer schwer per remote zu diagnostizieren sind. Daher auch meine Scans mit der Wifiman App, wo meine Partnerin mich mal wieder für bekloppt erklärt hat, als ich die Wände scannend durch die Wohnung gezogen bin.


    Ich hab schon versucht so genau wie möglich das im Designer zu planen. Mit nicht nur Betonwänden, sondern dahiner noch eine Wand aus Holz und eine Wand aus dickem Glas. Was den Spiegelschrank im Bad simulieren soll. Ebenso der Spiegel in der Diele in der Einbuchtung.


    Das mit dem Injektor ist gut. Dann dann könnte ich ggf. an die Stelle in der Diele, wo der 1750er Repeater hing, einen zweiten AP hinpacken. Einen Injektor hatte ich mir schon fürs Wohnzimmer geholt, da ich mir nicht sicher war, ob die Kabel, die ich da verlegt hatte und der Weg durch's Patch-Panel im Medienverteiler PoE+ geeignet sind, was sie aber sind. Somit hab ich einen quasi "übrig".


    Ich warte jetzt ungeduldig auf die Abholbestätigung der beiden U7-Pro Wall und hoffe, dass ich sie heute noch bekomme.

  • So, hab die beiden U7 Pro Wall gestern in Betrieb genommen.

    Zunächst hab ich nur einen wieder im Wohnzimmer angeschlossen. Und mit der Frontseite ins Wohnzimmer (in der Grafik nach unten) gerichtet. Der AP steht an der linken oberen Ecke des grünen Bereichs in ca 2.5m Höhe - quasi wo dieses kleine graue Rechteck ist):


    Dann spaßenshalber mal die Frontseite zur Betonwand (in der Grafik nach oben) gerichtet:


    Den 1. wieder umgedreht, so das die Rückseite zur Betonwand gestellt und dann noch den 2. U7 Pro Wall im Arbeitszimmer (oben links) per LAN an den dortigen Switch angeschlossen und mit der Frontseite Richtung großes Bad (auf der Grafik nach rechts) hingestellt. Er steht ungefähr an der obersten grünen Kachel in 2.2m Höhe auf einem Schrank. Erstellt die selbe WLAN SSID und Passwort.

    Beide AP sind an diesen 3D gedruckten Ständern:


    Das mag zwar auf den ersten Blick nicht so viel besser aussehen, wenn man nur nach den Farben geht, ABER: Ich habe fast überall in der Wohnung nun 6GHz WLAN zur Verfügung, wo vorher nichtmal 2.4Ghz gut lief (Hab ein iPhone 15 Pro, welches noch kein WiFi 7 kann). Dementsprechend auch sehr viel mehr Durchsatz. Bin zufrieden jetzt.


    Diese Messungen nur schnell mal durchgeführt. Alle WLAN Geräte (insbesondere die 2.4GHz IoT Geräte sind noch im selben Netzwerk. Das Thema VLAN gehe ich die Tage an.


    Habt ihr Empfehlungen, was die Settings fürs WLAN angeht? Ich habe bis jetzt keinerlei Erfahrung, was die erweiterten WLAN Einstellmöglichkeiten angeht. Ebenso was Channel AI, 5Ghz Roaming Assistant angeht.


    Viele Grüße

  • Ich würde die Einstellmöglichkeiten nur sparsam umsetzen. Vor allem nur immer nur eine Sache ändern und dann lieber ein 2 Tage so nutzen. Das ganze dokumentieren, man verliert schnell den Überblick. ;)

    Für die IoT-Geräte erst ein VLAN anlegen und dann damit eine SSID für das WLAN und nur 2,4 GHz mit nur max. WPA2. Das verspricht die höchste Kompatibilität zu den die meisten dieser Geräte, aber eher bescheidene Netzwerkschnittstellen (Wallbox, Wärmepumpe, Shelly etc.) haben.

  • Danke dir vielmals für den Tipp. Den hab ich tatsächlich übersehen, weil ich immer nur nach WiFi 7 geschaut hatte.

    Ich hatte festgestellt, dass ich im großen Bad (oben rechts) doch einige starke Drops bis runter in den einstelligen Mbits-Bereich habe. Und dann einige Sekunden später wieder 100Mbit. Keine Ahnung was da in den Wänden vor sich geht.

    Jedenfalls hatte ich schon wieder die Finger nicht stillhalten können und wider meines inneren Monk doch noch einen U7-Pro Wall bestellt, den ich dann mittels PoE Injektor in die Ecke rechts Oberhalb des "Diele"-Schriftzugs gestellt hätte. Da wo auch vorher der FritzRepeater 1750E hing. Wären 200€ gewesen.

    Allerdings im Bad würden auch 5GHz locker reichen (auch wenn natürlich langristig Wifi 7 und 6GHz schöner wären). Geht aber hauptsächlich nur darum, dass der HomePod dort zuverlässig eine Verbindung hat und man bei den wichtigen Geschäften nicht den Kontakt zur Außenwelt verliert :D


    Von daher danke nochmal für den Tipp, hab mir den U6-Extender jetzt bestellt, spart 50€ in der Haushaltskasse.

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