Performance Unifi WiFi

  • Hallo,

    gab hier ja immer wieder mal Diskussionen wie gut oder schlecht sich das Unifi WLAN im Vergleich zu anderen Herstellern schlägt.

    Ich hatte vor Unifi Lancom im Einsatz und war auch etwas erstaunt über die schlechte WLAN-Abdeckung. Hatte mit der gleichen Anzahl und gleichen Positionen angefangen. Das hat vorne und hinten nicht gereicht. Bin zwischenzeitlich bei der doppelten Zahl an APs und damit passt es ganz gut.

    Das soll ausdrücklich kein Unifi-Bashing sein! Ich bin in Summe sehr zufrieden mit Unifi und werde sicher nicht zu Lancom zurück wechseln. Die sind auch sehr gut, in vielen Bereichen deutlich professioneller, aber auch komplexer.

    Lange Rede, kurzer Sinn. In der c't 25/2025 (Link, leider hinter Bezahlschranke) war ein Vergleich von WiFi 7 Systemen. Getestet wurde Dream Router 7 mit Express 7. Hat auch alles in allem nicht schlecht abgeschnitten. Positiv war "großer Funktionsumfang", negativ "nichts für Anfänger" (naja, das eine ergibt zum Teil das andere) und "stromhungrig".

    Zum WLAN haben sie geschrieben "Schwächen fanden wir bei der leider nur durchschnittlichen WLAN-Performance in unserem Testscenario sowie beim vergleichsweise hohen Leistungsbedarf"

    Das deckt sich zu 100% mit meinen Erfahrungen und denen von vielen weiteren hier. In der Vergleichstabelle ist Unifi beim Durchsatz und beim Stromverbrauch in allen Tests auf dem letzten Platz.

    Für Neueinsteiger: Plant mindestens 1,5 bis 2 mal so viele WLAN APs wie ihr vorher hattet.

    Vielleicht "platzt der Knoten" bei Unifi auch noch irgendwann, aber aktuell muss man damit leben, dass die Reichweite unterdurchschnittlich ist.

  • Die Frage ist doch, was genau vergleicht man. Deine Erfahrungen mit Lancom und den Test der C't miteinander zu verrühren, ist nicht so recht sinnig, denn Du hast ja sicherlich keine Lancom All-In-One-WiFi-Box benutzt. Genau um diese Geräte geht es aber im Test.
    Dass Heise einen Express7 und keinen normalen AP als "Node" testet, lässt vermuten, dass sie sich mit dem Portfolio von Ubiquiti nicht allzu sehr beschäftigt haben.

    Ebenso ist eine Wertung in Bezug auf die Angaben zum Stromverbrauch im Test fehl am Platz. 2 der 6 Geräte im Test unterstützen nicht mal das 6GHz-Band. Die Port-Ausstattung ist bei allen Geräten bis auf die Fritzbox deutlich schlechter und PoE bietet gar kein anderes Gerät.

    Ich glaube gerne, dass z.B. TP-Link-Geräte im Schnitt eine bessere Ausleuchtung erzielen können, als Unifi-Modelle. Auf der anderen Seite leuchtet ein einziger AP meine 85m² ziemlich gut aus.

    WLAN ist komplexer, als viele glauben und vor allen Dingen komplexer, als viele bereit sind, sich damit zu beschäftigen. Die physikalischen und regulatorischen Grenzen sind für alle Hersteller identisch und wie DoPe es hier von einigen Tagen zutreffend formuliert hat, ist das Antennendesign in Verbindung mit dem auszuleuchtenden Bereich entscheidend. Da gibt es aber erstmal kein richtig oder falsch, sondern nur "für diese Einsatzumgebung gut geeignet" oder eher nicht.

  • Die Frage ist doch, was genau vergleicht man. Deine Erfahrungen mit Lancom und den Test der C't miteinander zu verrühren, ist nicht so recht sinnig, denn Du hast ja sicherlich keine Lancom All-In-One-WiFi-Box benutzt. Genau um diese Geräte geht es aber im Test.

    Klingt so bisschen nach "Man kann mit einer Statistik alles beweisen. Auch das Gegenteil"

    Wie gesagt, ich finde Unifi gut und würde es auch weiter empfehlen. Ich will hier nichts schlecht reden. Im Gegenteil. Ich bin aber auch kein Freund davon bekannte Schwachpunkte schön zu reden. Es gibt hier viele Berichte, die sich unterm Strich alle decken. Die Ausleuchtung war bei Wechsel auf Unifi schlechter als vorher. Das es auch andere Berichte gibt, liegt in der Natur der Sache.

    c't macht da sehr praxisnahe Tests über verschiedene Distanzen und mit und ohne Sichtverbindung. Unifi hat in allen Einzeltest den letzten Platz belegt.


    Ebenso ist eine Wertung in Bezug auf die Angaben zum Stromverbrauch im Test fehl am Platz. 2 der 6 Geräte im Test unterstützen nicht mal das 6GHz-Band. Die Port-Ausstattung ist bei allen Geräten bis auf die Fritzbox deutlich schlechter und PoE bietet gar kein anderes Gerät.

    Nur die Fritzbox und das Amazon Teil haben kein 6 GHz, alle anderen schon. Und am PoE Port hängt bei der Strommessung natürlich kein Verbraucher.

    Da gibt es aber erstmal kein richtig oder falsch, sondern nur "für diese Einsatzumgebung gut geeignet" oder eher nicht.

    Jein. Klar ist WLAN komplex, die Spezifikation umfasst viele Tausend Seiten. Und ja, je nach lokalen Besonderheiten kann mal der eine, mal der andere etwas besser sein. Ich hab aber noch keine Berichte gesehen, wo jemand mit Unifi eine bessere Ausleuchtung hatte als vorher (unter gleichen Bedingungen was Sendeleistung, WLAN-Standard etc. angeht). Selbst das mag es in Einzelfällen geben, meistens ist es aber eher umgekehrt. Und wenn Unifi sein Design auf diese Sonderfälle ausgelegt hätte, dann hätten sie aus meiner Sicht auch was falsch gemacht.

    In typischen Praxis-Umgebungen schneidet Unifi bei der WLAN-Ausleuchtung schechter ab.


    Mich würde eher eine Diskussion interessieren, was hier die Ursachen sein könnten und wie die Chancen stehen Unifi hier unter die Arme zu greifen oder auf künftige HW-/SW-Versionen zu hoffen.

  • Hallo,


    ich sag mal so: Grundlos wechelt wohl niemand z.B. von AVM weg. Bei uns gab es regelmäßig Beschwerden über den miesen Ping beim Zocken. Klar, das Signal war wohl immer da, aber nicht zufriedenstellend. Eine zweite Fritzbox und ein zusätzlicher Firtz Repeater brachten da nicht wirklich Besserung. Nach einiger Recherche dann mal in Hardware von Ubiquiti investiert. Die Konfiguration ist komplexer, die Hardware wesetnlich teurer. - Aber: Keine Beschwerden über miese Pings mehr seit dem Wechsel. Die Dichte der APs wächst schon allein durch den Wechsel auf 5 GHz.Der Rest ist Hobby und Nice to have (teils 2.5G / 10G). Zusätzlich kann man bei Unifi das Gästenetz so einrichten, dass es Zugriff auf das NAS, den Drucker und piHole bekommt. Das geht bei Fritz nicht so. Fritz ist allerdings klar besser, was die Telefonie betrifft. Und bei IPv6 sowieso. Gerade bei Freigaben und wechselnden Prefixes.

  • Vielleicht "platzt der Knoten" bei Unifi auch noch irgendwann, aber aktuell muss man damit leben, dass die Reichweite unterdurchschnittlich ist.

    Der direkte Mitwettbewerber kann mit seinen AP's etwas mehr Abdeckung und Datendurchsatz, aber am Ende kochen alle nur mit Wasser und Funk ist nun mal physikalischen Beschränkungen unterlegen, stark abhängig von der Umgebung und en Shared-Medium.

    Ich sag mal so, ich Wifi5-AP's bei mir, damit habe ich locker 500Mbit/s Durchsatz, fürs surfen. TV-Streaming zum AppleTV usw. reicht das locker.

  • ... Fritz ist allerdings klar besser, was die Telefonie betrifft. Und bei IPv6 sowieso. Gerade bei Freigaben und wechselnden Prefixes.

    Das kommt halt darauf an wo man die Hardware einsetzen will. Fritz ist halt ganz klar auf die DACH Region spezialisiert und kann so ziemlich jeden Unfug, den die Provider hier so treiben. Notfalls wird nachgebessert um auch bei einem Provider mit neuen Ideen ein paar tausend Providerboxen los zu werden. Global betrachtet (also die Sicht von Ubiquiti) ist genau dieser Markt relativ klein.

    Die Telefoniefunktionen sind bei Fritz schon gut, wenn man das benötigt. Allerdings hat Fritz schon Telefonie gemacht, als Ubiquiti die ersten Wireless Bridges entworfen hat. Für geschäftliche Nutzung ist allerdings weder Talk noch Fritz wirklich sinnvoll und im privaten geht die Nutzung von Festnetz immer weiter zurück. Wenn es überhaupt genutzt wird reichen in der Regel Telefone zum geradeaus Telefonieren ... das geht mit einem oder mehreren SIP Geräten direkt an dem Provider angebunden auch ohne zusätzliche Routerfunktionen. Die machen eigentlich nur die Router teurer.

    Die IPv6 Unterstützung der Fritzen ist natürlich schon nett. Allerdings gibt es da wie Du schon anmerktest nicht so rasend viel Möglichkeiten mit der Anzahl der Netzwerke und das Gast Netz ist halt unveränderlich so wie es ist. Die Problematik per IPv6 etwas in der Firewall freizugeben, liegt halt an den wechselnden Präfixen, was angesichts der Anzahl an verfügbaren IPs überhaupt nicht notwendig wäre und vermutlich in weiten Teilen der Welt auch nicht so gehandhabt wird. Man kann das aber ja alles mit verbessertem Datenschutz begründen ... als wenn die Datenkraken unbedingt IPs heranziehen müssten.

    Letzten Endes haben aber alle System, die länger am Markt überlebt haben, ihre Daseinsberechtigung. Wieviele Leute sind schon am oder über das Lomit bei der Einrichtung einer Fritzbox. Was soll das dann erst werden, wenn diese Leute komplexere Konfigurationen vornehmen sollen.

  • Klingt so bisschen nach "Man kann mit einer Statistik alles beweisen. Auch das Gegenteil"

    Ist ja auch so, im Studium saß ich sogar in einem Proseminar "Lügen mit Statistik".


    Ich bin aber auch kein Freund davon bekannte Schwachpunkte schön zu reden.

    Finde ich gut und richtig. Allerdings ist es für mich bislang eigentlich nur Deine Behauptung, dass die Abdeckung schlechter als bei allen anderen Mitbewerbern sei, denn...


    Es gibt hier viele Berichte, die sich unterm Strich alle decken. Die Ausleuchtung war bei Wechsel auf Unifi schlechter als vorher.

    ...dafür hätte ich gerne einen Beleg. Ich will nicht ausschließen, dass ich diese vielen Berichte alle überlesen habe, aber einen gewissen Querschnitt bekomme ich hier im Board schon mit.


    c't macht da sehr praxisnahe Tests über verschiedene Distanzen und mit und ohne Sichtverbindung. Unifi hat in allen Einzeltest den letzten Platz belegt.

    Es wurde der Durchsatz getestet, mit Abdeckung hat das höchstens sehr am Rande zu tun. Ich finde es problematisch, wenn man Aussagen verallgemeinert und dabei Fakten/Ergebnisse in einen Topf wirft, die in keinen direkten Zusammenhang stehen.
    Konstruktiv diskutieren kann man nur faktenbasiert. Aus Wischiwaschi kann jeder das herauslesen, was ihm gerade passt und niemand kommt dadurch zu echtem Erkenntnisgewinn.


    In typischen Praxis-Umgebungen schneidet Unifi bei der WLAN-Ausleuchtung schechter ab.

    Ist für mich wie gesagt bislang eine von Dir aufgestellte Behauptung ohne Beleg. Der c't-Test ist halt keiner. Und bevor Missverständnisse aufkommen: Ich lese die c't seit Ewigkeiten und bin auch Heise+-Abonnent, an deren Integrität und Sachverstand beim Testen zweifele ich nicht.

    Aber vielleicht hast Du ja andere, tatsächliche Belege? Ich lerne auch gerne dazu.

  • ...dafür hätte ich gerne einen Beleg. Ich will nicht ausschließen, dass ich diese vielen Berichte alle überlesen habe,

    Das ist sicher (bei Dir und bei mir) subjektive Wahrnehmung. Wenn ich selbst die Erfahrung habe "Reichweite ist nicht so doll", findet man jeden gleichlautende Beitrag interessant und denkt sich "siehste, noch einer!". Ich hab mir aber keine Linksammlung dazu gemacht. Waren aber mehr als eine Handvoll.

    "Belege" zu suchen ist jetzt nicht so direkt meine Aufgabe. ;). Ich hab auch nicht den Anspruch jeden von meiner Meinung zu überzeugen. Gar nicht. Ich freue mich für jeden, bei dem die Ausleuchtung/Reichweite/Performance passt. Wie schon mehrfach gesagt, will ich hier nichts schlecht reden.
    Ich will aber auch nicht endlos diskutieren, ob meine Erfahrung "richtig" ist. Ich weiß, dass sie das für mich ist.

    Es wurde der Durchsatz getestet, mit Abdeckung hat das höchstens sehr am Rande zu tun.

    Naja, der Zusammenhang besteht nicht nur am Rande, sondern sehr direkt.

    Ich finde es problematisch, wenn man Aussagen verallgemeinert und dabei Fakten/Ergebnisse in einen Topf wirft, die in keinen direkten Zusammenhang stehen.

    Da bin ich bei Dir.

  • Hmm, einer meiner Freunde hier, 2 Häuser weiter - Bungalow 160qm Grundfläche - 1 AP6Pro im Dach hoch und mittig gehängt und eigentlich hat er überall keine Probleme. (Holzdecke). Wir haben aber nun auch nicht bis in jede Hausecke geschaut, weil er meist nicht in der Ecke sitzt und dort einen Rechner hat. IOT Netz ist eingerichtet für die weit entfernten. Reicht hin.

    Hier bei mir 10x10 Meter Haus 6 APs in jeder Etage verteilt und auch draußen... Überall WLAN mit sehr guter Geschwindigkeit und selbst mein Rasenmäher verliert niemals sein Netz :) Der AP 7Pro im Dachgeschoss kann das Haus auch komplett versorgen, aber dann eben nicht mit fullspeed :)


    So habe ich das bei einigen... Es kommt immer ein bisschen darauf an was und wie man machen möchte.

    Mein Netzwerk

    MacBook Pro 14" M2 • 1000/500 Glasfaser • Zyxel 5G Telekom 1050/200 • Zyxel DSL50/20

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  • Finde ich gut und richtig. Allerdings ist es für mich bislang eigentlich nur Deine Behauptung, dass die Abdeckung schlechter als bei allen anderen Mitbewerbern sei, denn...

    Das hat ja c't gezeigt und deckt sich auch mit meinen Erfahrungen bei mehreren Projekten 😉

    Ja, die AP können mehr an Funktionen und Clients, aber ihre Reichweite ist eindeutig schlechter als AVM mit ihren Repeater. Ganz extrem ist es bei Mesh, also ohne LAN Kabel, wie es in sehr vielen Wohnungen ist. Da sieht man, dass das Ziel Business ist bei UNIFI.

    Die Frage ist, ob vielleicht Unifi gar nicht den gesetzlichen Rahmen ausnutzt, wenn man sie bei Deutschland eintacktet.

  • Hmm, einer meiner Freunde hier, 2 Häuser weiter - Bungalow 160qm Grundfläche - 1 AP6Pro im Dach hoch und mittig gehängt und eigentlich hat er überall keine Probleme. (Holzdecke). Wir haben aber nun auch nicht bis in jede Hausecke geschaut, weil er meist nicht in der Ecke sitzt und dort einen Rechner hat. IOT Netz ist eingerichtet für die weit entfernten. Reicht hin.

    Da ist es vielleicht eine Frage des Anspruchs. Ich habe 150 m² Holzständer Bauweise. Ich benötige 3 AP 6 Pro um überall eine gute Abdeckung zu haben. Gestartet bin ich damals mit 2x NanoHD das war dann nicht mehr aus eichend , lag aber vielleicht auch an der Anzahl der Clients.

  • Mein AVM habe ich damals rausgeschmissen 7590 war das glaube ich sogar schon... 3 meter neben dem Router - morgens fullpower, abends 1mbit :)

    Da war das der Anlass... weg damit... Die Fritten mögen gut sein für die meisten Normalanwender, aber wenn man NAS oder Cloud Anbindung hat braucht man mehr speed tag und nacht.

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