Mach ich mich angreifbar?

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  • Ich betreibe einen kleinen Homeserver mit Node-Red Grafana usw um diverse Prozessdaten zu loggen. Im lokalem Netzwerk läuft ein MQTT-Server als Docker auf der Synology. Darüber kommt alles aus dem Netzwerk inkl der per Wireguard angeschlossenen Standorte. Nun gibt es einen Standort den ich nicht per VPN erschliessen möchte, trotzdem laufen dort einige Daten an die ich auf Wunsch des Eigentümer auch logge. Die Daten selber sind Temperatur-Daten und daher ist auch das öffentliche Einsehen unkritisch.

    Bisher hatte ich die Daten über den öffentlich zugänglichen MQTT-Server "test.mosquitto.org" geholt, seit einigen Tagen ist der aber nicht erreichbar. Meinen eigenen internen MQTT-Server möchte ich nicht öffentlich zugänglich machen, daher habe ich einen 2. MQTT-Server in einen 2. Container mit einen anderen Port installiert. In der UDM habe ich ein Port-Fowarding des betreffenden Ports auf den Container angelegt.

    Nun ist die Frage: mache ich mich/mein Netzwerk angreifbar durch diese Konstellation weil weder Zertifikate noch Authentifizierung gefordert werden?

    Meiner Meinung nach nicht, bin mir aber nicht so ganz sicher.

    Danke

  • Regelmässige Wartung besteht im aktualisieren des Images.

    Der Container hängt im allgemeinen Netz mit drin da Synology-Docker und VLAN nicht miteinander können, habe zumindest nichts in der Richtung gefunden. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

    Ich könnte natürlich eine VM mit einen MQTT-Server aufsetzen der sich dann auch ins DMZ-Netz schieben lässt, aber das bindet für die geringen benötigten Systemvoraussetzungen zu viele Ressourcen insbesondere einen nicht weiter nutzbaren CPU-Kern.

    Edited once, last by daujens (May 20, 2026 at 10:45 PM).

  • Du kannst davon ausgehen, dass der IPv4-Adressraum im Internet ständig und ununterbrochen gescannt wird. Dein zusätzlicher MQTT-Server kann und wird nun also entdeckt werden, da ist es keine Frage des "ob", sondern nur des "wann".
    Jetzt ist ganz einfach die Frage, ob dieser Server irgendwelche Härtungen gegen unbefugten Zugriff hat, also Fail2Ban, eine eigene Firewall oder solche Sachen. Was meinst Du genau mit "es werden weder Zertifikate noch Authentifizierung gefordert"? Man kann sich einfach passwortlos auf den Server einloggen?

    Das Ding stets auf aktuellsten Stand zu halten ist eine Grundvoraussetzung, wie lelei schon andeutete. Das Ganze in eine DMZ zu packen schützt zwar nicht davor, dass Dir der Server unterm Hintern weggezogen wird, aber zumindest ist es dann für den Angreifer nicht trivial möglich, sich weiter in Deinem Netz auszubreiten.

  • mache ich mich/mein Netzwerk angreifbar durch diese Konstellation weil weder Zertifikate noch Authentifizierung gefordert werden?

    ich würde das mit einem dicken JA beantworten. Ja, Du machst Dich angreifbar, da Du mindestens drei wichitge Regeln missachtest.

    • du stellst den Server ohne Not ins Internet. Das ist nichts öffentliches, also gibt es keinen Grund dafür.
    • du verzichtest auf Grundschutz (Zertifikate, Passwörter etc.), geht gar nicht
    • du machst keine Netzwerktrennung.

    Alles zusammen aus meiner Sicht ein völliges no-go.

  • Der Container hängt im allgemeinen Netz mit drin da Synology-Docker und VLAN nicht miteinander können, habe zumindest nichts in der Richtung gefunden. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

    ich habe den Server, auf welchem Docker läuft im Haupt-VLAN, einzelne Container aber im IoT VLAN, z.B. HomeAssistant welcher mit den IoT Devices kommunizert. Gemacht über macvlan mit festen IPv4 Adressen und Mac Adressen.

    Ob das eine 100% saubere Trennung - netzwerktechnische Härtung wie bei versch. VLANs auf versch Switch-Ports - ist, weiß ich nicht aber es ist aufjeden Fall etwas ;-)

  • Auf gar keinen Fall! Niemals nie nie nie einen MQTT Server völlig ungesichert ins Netz hängen! Oh man, ehrlich, das ist mehr als dumm (sorry). Entweder VPN oder per proxy, fail2ban und Passwort sichern.

    Mein Netzwerk

    Internet:

    Glasfaser TNG 1 Gigabit Synchron

    Speedtest

    Unifi Komponenten:

    UCG Fiber

    USW-Lite-8-PoE

    3x USW-Flex-Mini

    UAP-AC-Lite

    2x U6-Lite

    UVC-G3-FLEX

    2x UVC-G3-Instant

    1x UVC-G4-Instant

    UVC-G5-Bullet

    Sonstige Hardware:

    QNAP TS-453a als Backup

    Thinkstation mit Unraid, VM 3CX, Pihole + Unbound, Home Assistant usw.

    PC mit Ryzen 3700x, 16GB 3200 Ram, Ati Radeon 5700X, 2x M.2 SSD und 1x SATA SSD

  • Ok, ich muss das Konzept also wohn nochmals überdenken.

    Trotzdem würde mich die reale Gefahr interessieren, was kann passieren.

    Meiner Meinung schiebt die Firewall alles auf dem gewünschten Port Richtung Synology und die schieb die Daten weiter Richtung Container. Wenn der Container damit nichts anfangen kann werden die Pakete verworfen, sind es gültige MQTT-Anfragen so wird der Container die Daten aufnehmen. Also gibt es von der direkten Route UDM->Docker->MQTT-Container keine Abweichmöglichkeit.

    Die grösste/einzige Gefahr sehe ich in einer Brutforce-Attack was im schlimmsten Fall zu einen Überlasten/Abstürzen des Container führen wird. Läuft der MQTT-Server nicht mehr, laufen die Datenpakete/Anfragen auch ins Leer. Oder??

    Wie oben schon geschrieben ist das möglich ausspähen/öffentlich sichtbar sein der übertragenen Daten ist vollkommen egal.

    Daher die abstrakte Frage, was kann realistisch in meinem Netzwerk passieren?

  • Viele Sicherheitslücken sind schlicht Lücken die entstehen, weil es Programmierfehler gibt.

    Entweder wird irgendwas gar nicht behandelt oder frhlerhaft in bestimmten Fällen. Das kann dann sogar einfach nur ein falsches Vorzeichen sein das Jahre im Code schlummert.

    Prinzipiell wird bei heutigen Angriffen oft versucht mit bestimmten Daten, Anfragen. Eingaben ein solch fehlerhaftes Verhalten zu provozieren. Hat man Erfolg, hat man plötzlich höhere Rechte, kann Code ausführen oder eine weitere Angriffsstufe zünden.

    Was ganz real passieren kann? Von nichts bis zum absoluten Supergau mit völligem Datenverlust, ist alles denkbar. Hat ein Angreifer erstmal einen Fuß im Netzwerk, stehen die Chancen gut, sich im LAN mittels weiterer Lücken von Gerät zu Gerät zu hangeln.

  • lso gibt es von der direkten Route UDM->Docker->MQTT-Container keine Abweichmöglichkeit.

    wenn dem so wäre, gäb es (fast) keine Security Probleme mehr. Wie DoPe schon geschrieben hat, geht es immer um fehlerhaften Programmcode, Lücken, die ausgenutzt werden können. Und diese Fehler und Lücken wird es auf jedem Schritt Deiner "sicheren Kette" geben. Je "tiefer" Du Zugriffe in Dein Netz erlaubts, um so mehr Möglichkeiten für Fehler/Möglichkeiten zum Einbruch gibt es.

    Die "Signal-Affäre" im Bundestag ist eher die Ausnahme, da waren es einfach nur doofe User, die Ihre Zugangsdaten (im guten Glauben....) freiwillig an die Angreifer übermittelt haben. Der überwiegende Teil aller Angriffe ist immer das Ausnutzen von Programmlücken. Und da zählt auch das oft gehörte "für mich interessiert sich doch keiner" nicht, da solche Angriffe zwischenzeitlich voll automatisiert laufen. Und dann Daten Kopiert und oder verschlüsselt werden. Und das macht auch für Privatpersonen massiven Ärger.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Dein gedanklicher Ansatz, warum das eigentlich alle sicher ist, geht in die völlig falsche Richtung und wiegt Dich in einer Sicherheit, die es real nicht gibt.

  • Schau die einfach mal das Thema Cybersecurity auf den Unifi devices an.

    User mit Zugriff aufs Netzwerk kann voll Zugriff erlangen....

    Bei dir, jeder hat Zugriff auf deinen Container. Das heißt falls in deinem Container auch Sicherheitslücken sind, kann ein Angreifer evtl auf das darunterliegende OS, somit dein NAS und dann hast du Spaß.

    Jeder Dienst der aus dem Internet kommt sollte mindestens SSL und Passwortschutz haben.

  • Wobei SSL ja nur dafür sorgt, dass keine Daten unverschlüsselt übertragen werden. Vor Angriffen schützt das ansonsten nicht wirklich, war doch besagtes Vorzeichen seit Jahren genau in OpenSSL vorhanden :D

    Man kann wohl davon ausgehen, das die Frage nicht mehr lautet ob in einem Softwareprodukt Lücken existieren, sondern wann diese jemand findet ...

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